Diagnose: Arthrose – Bewegung hilft!

faceless tattooed woman practicing yoga against river in summer

Arthrose, so viel vorweg, ist eine degenerative Gelenkerkrankung. Heißt, dass Knorpelgewebe im Gelenk baut sich schneller ab als von der Natur vorgesehen. Es entsteht Reibung in den Gelenken wo keine hingehört. Inzwischen sind gut ein Drittel aller Männer und über die Hälfte aller Frauen über 55 Jahren von Gelenkschmerzen betroffen. Sie tritt langsam und fortlaufen auf und ist somit keine disruptive Verletzung, die unmittelbar nach einer unkontrollierten Bewegung auftreten kann. Arthrose ist durchaus als Volkskrankheit zu verstehen. Doch wie genau entsteht Arthrose, kann ich damit trotzdem Sport treiben und ist sie vielleicht sogar in Gänze heilbar?

Um die letzte Frage vorweg zu nehmen: Arthrose ist leider nicht heilbar. Sobald der Prozess des Gelenkabbaus einmal in Gang ist lässt sich dieser nur noch verlangsamen, nicht mehr umkehren. Man spricht von einem irreversiblen Schaden, ähnlich wie Bandscheibenvorfälle einer sind. Die Verlangsamung der Gelenkdegeneration ist aber vor allem in frühen Stadien der Arthrose (sofern bekannt) durchaus interessant und durchaus etwas mit dem man sich beschäftigen sollte.

Die Entstehung

Fangen wir von vorne an. Wie entsteht Arthrose überhaupt? Dafür gibt es in aller Regel zwei Ursachen. Zum einen – und das ist wenig verwunderlich – entsteht der Gelenkabbau aufgrund falscher beziehungsweise zu großer Belastung über einen längeren Zeitraum. Der zweite Grund hängt sehr stark mit Regeneration zusammen, dazu gleich mehr. Falls du wissen möchtest, wie du deine Regeneration vorantreiben kannst, klicke hier.

Bevor ich genauer auf den Verlauf von Arthrose eingehe und wie der Gelenkverschleiß von statten geht noch ein Paar grundlegende Basics zum Thema: 

Arthrose ist Gelenkunabhängig, kann also überall auftreten. Von der Halswirbelsäule oder dem Kiefer, bis hin in die Sprunggelenke und den kleinen Zeh, kein Gelenk ist vor der Gefahr gefeit. Die Gelenkdegeneration verläuft in drei Stadien. Das erste Stadium äußerst sich meist in starker muskulärer Verspannung und Belastungsschmerz. Im zweiten Stadium der Arthrose äußerst sich diese durch verstärkte Bewegungsschmerzen, die allerdings oftmals bei anhaltender Bewegung nachlassen. Zu guter Letzt, äußerst sich das dritte Stadium über einen Dauerschmerz, der vollkommen unabhängig von Bewegung und Belastung auftritt.

Um zu klären, wie Arthrose im Körper voranschreitet und was Belastung und Regeneration damit zu tun haben, werde ich unsere Gelenke mit einem Gebäude vergleichen.

Der erste Schritt, die Belastung der wir alle täglich ausgesetzt sind, lässt sich nicht vermeiden. Doch wie bei einem Gebäude, wenn die Traglast der Decke das Gewicht nicht aushalten kann, stürzt das Stockwerk und die darunter befindliche Säule ein. Der normale ‚Heilungsprozess‘ dieses Gebäudes sieht nun Folgendermaßen aus und findet im Körper ganz ähnlich statt:

Der Prozess der Arthrose

Zuallererst muss das zerstörte Material entsorgt werden um Platz für den Sanierungsprozess zu schaffen. Danach wird das Gebäude an der entsprechenden Stelle stabilisiert um beim Wiederaufbau keine Gefahr für einen erneuten Einsturz zu darzustellen. Das Gebäude trägt durch die provisorischen Pfeiler allerdings weniger Last als ursprünglich und sollte, ähnlich wie der Körper im Regenerationsprozess, nicht mehr belastet werden als notwendig. Nun bringen wir das Material, dass zum Wiederaufbau benötigt wird an den Ort im Gebäude wo es gebraucht wird, bauen die Stützpfeiler nach und nach zurück und ersetzen diese durch solides Material. Bei einem Haus dauert dies in der Regel wenige Wochen, Knorpelgewebe brauch mitunter ein Jahr oder länger, je nach schwere der Verletzung. Und ähnlich wie bei einem Haus, ist die neu eingebaute Struktur meist weniger Belastbar als das Original. Und sollten wir während der Sanierungsarbeiten das Gebäude zu stark belasten, ist ein neuer Schaden vorprogrammiert.

Ein ähnliches Phänomen tritt im Körper bei Übertraining auf. Da durch ein Kraft- oder Ausdauertraining, die Gelenke ebenso Stress erfahren wie die Muskulatur, müssen auch diese sich nach dem Training ausreichend regenerieren. Grundlegend gilt hier, dass Knorpel und Gelenke länger brauchen als der Muskel um wieder voll belastbar zu sein. Ein weiterer Grund, an aufeinanderfolgenden Trainingstagen unterschiedliche Körperpartien zu belasten. Mehr zum Thema Trainingssteuerung hier.

Was kann ich tun?

Ein letzter Satz zur Verlangsamung des Arthrose-Prozesses: Grundsätzlich ist Bewegung gut. Man muss allerdings, je nach Gelenk und vor allem je nach Stadium die Belastung und das Training genau anpassen um eben die Struktur zu verbessern. Unser Körper, auch unserer Gelenke und Knorpel leben von Bewegung, sie hält uns geschmeidig und unsere Gelenke belastbar. Gern berate ich dich hierzu kostenlos, trage dich noch heute für ein erstes Telefonat ein.

Du siehst also, dass die Regeneration nach dem Training für den dauerhaften Erfolg, mindestens genau so groß ist wie die Leistung im Training selbst. Wie du im Training sauber belastest und vor allem welche Rolle Drehmoment dabei spielt, habe ich in diesem Video erklärt.

Hast du bereits mit Gelenkproblemen zu tun? Oder mit Rückenschmerzen? Gib mir gern Feedback dazu, was du bisher dagegen unternommen hast, ob du erfolgreich warst und wie du zum Thema Regeneration stehst!

Leave a Reply

%d bloggers like this: